Wie trete ich vor einer Webcam richtig auf?

Einige werden bestimmt schon beobachtet haben, dass bei Onlinemeetings, in welcher Form auch immer diese stattfinden, sich eine gewisse Nachlässigkeit bezogen auf das Auftreten eingeschlichen hat. Seien es die wöchentlichen Jour fixe mit dem Arbeitgeber, Onlinekurse, Prüfungsgespräche oder auch Bewerbungsgespräche via Webcam, viele machen sich offenbar nicht so viele Gedanken über ihr Aussehen, als wenn sie in Präsenz auftreten müssten. Dieses Fehlverhalten im Auftreten fällt auf, auch wenn man sich „nur“ über die Webcam präsentiert. Es kann unter anderem dazu führen, dass man als nicht arbeitswillig eingestuft wird, die Prüfung nicht ernst nimmt oder den Job nicht haben möchte.

Kleidung

Je nach Anlass sollte man sich Gedanken über die richtige Bekleidung machen. Kleidung repräsentiert zum einen die Person, die darin steckt, zum anderen gibt sie uns selbst ein gutes Gefühl. Wer kennt das Gefühl nicht, wenn man ein schönes Kleid, einen schönen Anzug für sich gefunden hat und diesen zum ersten Mal anziehen kann? Es entsteht ein gewisses Hochgefühl, manchmal auch, dass man sich „unbesiegbar“ fühlt. Genau dieses Empfinden wird unbewusst bei Gesprächen aller Art vermittelt.

Auch bei Gesprächen, die über die Webcam geführt werden, sollen die positiven Eigenschaften und Wertigkeiten einer Person bei dem Gegenüber gut ankommen. Wie oft ist die Internetverbindung nicht ausreichend und es entstehen gewisse Gesprächslücken oder Kommunikationsschwierigkeiten. Diese „Probleme“ entstehen bei direkten Gesprächen, bei denen sich die Gesprächspartner gegenübersitzen oder stehen, nicht oder nicht so schnell. Wenn das legere Auftreten zusätzlich zu den oben genannten Problemen dazu kommt, kann es sehr schnell zu einem falschen Eindruck kommen.

Bei den meisten Onlinegesprächen wird man höchst wahrscheinlich nie den gesamten Körper sehen. Dennoch ist es ratsam, dass man sich komplett einkleidet und repräsentabel wirkt. Was hilft es eine passende Oberkleidung zu tragen, wenn man untenrum vielleicht nur in Unterhose bekleidet ist und dann doch aufstehen muss? Abgesehen davon, hat man nicht das Gefühl, dass etwas falsch ist – oben komplett gekleidet und unten nicht? Deshalb ist es wichtig, sich wie für Gespräche, die in Präsenz abgehalten werden, zu kleiden. Bei Onlinedates kleidet man sich auch nicht unbedingt mit einem Jogginganzug, wenn man bei dem Date einen guten Eindruck erwecken möchte?

Frisur & Make-up

Zusätzlich zur Kleidung ist auch das Gesicht und die Frisur wichtig. Ein ungepflegter Bart kann sehr schnell abstoßend wirken, ebenso Schminkreste vom Vortag! Auch hier gilt – Sauberkeit ist das A & O für einen guten Eindruck. Die Frisur – egal ob Männlein oder Weiblein – möge auch gepflegt wirken. Natürlich muss nicht jedes einzelne, aufstehende Haar mit Haarspray oder Gel geplättet werden, aber das Gesamtwerk sollte stimmig sein. Wenn Frisöre geschlossen haben und der Gang zum Frisör dadurch ausbleibt, wird man bestimmt etwas nachsichtiger „mit dem Urteilen“ sein, wenn das Gegenüber den Eindruck hat, dass man sich zumindest Mühe gegeben hat.  Zum Thema Make-up empfiehlt es sich, so vorzugehen wie man es in Präsenzgesprächen auch machen würde. Wer sich seinem Gesprächspartner immer mit Make-up gezeigt hat, kann und darf das auch über die Webcam machen. Wer nie Make-up trägt, sollte das auch bei Webcam-Gesprächen lassen, wenn er/sie/es sich dabei wohler fühlt, als geschminkt zu sein. Am authentischsten ist jener/jene/jenes, der/die/das sich selbst immer treu bleibt und nicht übertreibt.

Umgebung

So kommen wir auch gleich zum nächsten Punkt, der nicht unwesentlich ist – die Umgebung. Natürlich ist es nicht immer einfach die Home-Office – Umgebung so zu verändern, dass man möglichst wenig vom Standort sieht. Dennoch reichen oft Kleinigkeiten aus, die Umgebung optimaler zu gestalten. Beispielsweise kann man ein großes einfarbiges Leintuch im Hintergrund anbringen. So können Möbel oder Gegenstände schnell verschwinden. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Stoff Geräusche „schlucken“ kann und es im Raum nicht hallt. Wenn ein Leintuch nicht reicht oder nicht vorhanden ist, dann hilft es, die Umgebung aufzuräumen. Fotos oder andere Gegenstände, die das Gegenüber nicht sehen soll, zu entfernen und stattdessen eine Pflanze hinzustellen. Aufgeräumte Bücherregale vermitteln einen besseren Eindruck, als wenn Bücher kreuz und quer im Regal liegen. Ebenso empfiehlt es sich Wäsche, die zum Trocknen aufgehängt wurde, für das Gespräch „verschwinden“ zu lassen, sowie eine unaufgeräumte Küche in eine aufgeräumte Küche umzuwandeln. Denn auch diese Kleinigkeiten können unbewusst einen anderen oder falschen Eindruck auf das Gegenüber erwecken.  

Vor Kurzem habe ich bei einem Online-Meeting mit meiner Gesprächspartnerin im Hintergrund einen halbfertigen Adventskranz entdeckt. An sich keine unschöne Entdeckung, aber man merkt ganz schnell, was sich unbewusst für Eindrücke einschleichen und im Gehirn verfestigen. Nach diesem Gespräch fügte ich gedanklich meiner TO DO LIST „den Adventskranz fertigstellen“ hinzu.

Bei einem anderen Meeting sah ich im Hintergrund eine Couch mit zerwühlter Decke und zerknautschten Polstern, was unweigerlich den Eindruck erweckte, dass mein Gesprächspartner direkt von der Couch zum PC gegangen sein könnte. Sein zerknittertes Gesicht hatte meine Vermutung bestätigt und vermittelte unterstreichend durch sein verschlafenes Verhalten dementsprechend auch noch sein Desinteresse!

Zusätzlich sollten Sie bedenken, dass Ihre Umgebung, in der Sie das Gespräch führen wollen/müssen, so ruhig wie möglich ist. Sorgen Sie dafür, dass der Partner/Partnerin, Kinder oder wer auch immer, nicht hinter Ihnen in die Webcam lächelt oder vorbeispaziert, während Sie das Gespräch führen. Das Gegenüber könnte dadurch abgelenkt oder irritiert sein.

Zu guter Letzt denken Sie an Ihre Haltung!  Zugegeben es ist schon sehr gemütlich, wenn man sich mit verschränkten Beinen auf den Bürostuhl setzen kann, anstatt mit aufrechter Haltung auf dem Stuhl zu sitzen. Aber auch hier vermittelt man sehr schnell eine legere Haltung, die vielleicht nicht angebracht ist und der Eindruck entsteht, dass einem das Gespräch doch nicht so wichtig ist. Keine Frage, das viele Sitzen kann sehr ermüdend sein und zu Schmerzen führen. Wenn Sie an diesem Problem „leiden“, dann sollten Sie vor dem Gespräch eine Runde durch Ihre Wohnung oder durch Ihr Haus drehen. Das wirkt wahre Wunder!

Zusammenfassend lässt sich sagen: Jeder soll sich überlegen wie sie/er/es auf das Gegenüber wirken möchte! Um welches Meeting handelt es sich und welcher Eindruck soll übermittelt werden? Was möchte er/sie/es bei diesem Meeting erreichen und was muss derjenige/diejenige/dasjenige dafür tun? Im Grunde gelten alle Knigge-Regeln, die wir bereits kennen, auch für die Gespräche/Meetings über die Webcam!


Haben Sie weitere Fragen zur Technik bei Online-Meetings oder Webinaren, oder benötigen Sie Hilfe beim Entwurf Ihres eigenen kleinen Studios, wir stehen für Fragen jederzeit bereit!

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